
China setzt großangelegte Militärübung um Taiwan fort

China setzt seine großangelegte Militärübung rund um die ostasiatische Inselrepublik Taiwan fort. Wie die chinesische Volksbefreiungsarmee mitteilte, führten die Einheiten die Übung am Mittwoch im mittleren und südlichen Teil der Taiwan-Straße, der Meerenge zwischen China und Taiwan, durch. Ziel sei es unter anderem, präzise Angriffe auf wichtige Ziele und gemeinsame Blockaden um die abtrünnige Insel zu trainieren, sagte der Oberst des Ostkommandos, Shi Yi.

Die Übungen folgen auf eine Verschärfung der chinesischen Rhetorik gegen den taiwanesischen Präsidenten Lai Ching-te, den China am Dienstag als "Parasiten" bezeichnete, sowie auf den Asienbesuch von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der Peking wiederholt kritisierte.
China hat Lai wiederholt als "Separatisten" bezeichnet. Lai, der die jüngste Wahl auf Taiwan gewann und im vergangenen Jahr sein Amt antrat, lehnt die Souveränitätsansprüche Pekings ab und behauptet, nur "das taiwanesische Volk" könne über seine Zukunft entscheiden. Der taiwanesische Leitindex (.TWII) rutschte gestern nach der Übung kurz ins Minus, schloss aber mit einem Plus von 0,1 Prozent.
Die chinesische Behörde für maritime Sicherheit kündigte am späten Dienstag eine Sperrzone für die Schifffahrt wegen militärischer Übungen bis Donnerstagabend in einem Gebiet vor der Nordküste der östlichen Provinz Zhejiang an, mehr als 500 Kilometer (rund 310 Meilen) von Taiwan entfernt. Ein hoher taiwanischer Verteidigungsbeamter erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, das Gebiet liege außerhalb von Taiwans "Reaktionszone".
Das chinesische Militär hat inzwischen ein Video veröffentlicht, das vermutlich von einer Live-Schießübung stammt und den Abschuss von Raketen – nicht von ballistischen Flugkörpern – und das Treffen von Zielen an Land zeigt. Zudem ist eine Animation von Explosionen über taiwanesischen Städten wie Tainan, Hualien und Taichung zu sehen, die alle über Militärstützpunkte und Häfen verfügen.
China released a video of live fire drills "Strait Thunder-2025A" around TaiwanThe video showed rockets, rather than ballistic missiles, being launched and hitting targets on land, and an animation of explosions over Taiwanese cities including Tainan, Hualien and Taichung, all… pic.twitter.com/CkMprkIsiP
— Indo-Pacific News - Geo-Politics & Defense (@IndoPac_Info) April 2, 2025
Der Flugzeugträger Shandong nahm Berichten zufolge ebenfalls an den Übungen östlich von Taiwan teil, die sich auf integrierte Operationen zwischen den See- und Luftstreitkräften und eine "multidimensionale Blockade und Kontrolle" konzentrierten, so Chinas Militär.
Ein hochrangiger taiwanesischer Sicherheitsbeamter erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich am Mittwochmorgen mehr als zehn chinesische Kriegsschiffe in Taiwans "Reaktionszone" befunden hätten und die chinesische Küstenwache mit "Schikanen" an den Übungen teilgenommen habe.
Die Übung nun dient nach Angaben Pekings als Warnung und Abschreckung der "Unabhängigkeitskräfte Taiwans", wie Außenministeriumssprecher Guo Jiakun am Vortag gesagt hatte. Taiwans Außenministerium sowie Präsident Lai verurteilten das Manöver.
Zu Chinas jüngstem Druck auf Taiwan gehörte letzte Woche auch ein Aufruf, Berichte über separatistische Aktivitäten per E-Mail zu schicken.
Chiu Chui-cheng, der Leiter des taiwanesischen Ministeriums für Festlandsangelegenheiten, das für die Gestaltung der China-Politik zuständig ist, sagte, angesichts des zunehmenden Risikos bei Reisen nach China sollten die Menschen deren Notwendigkeit, auch in Richtung Hongkong und Macao, sorgfältig abwägen.
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