Deutschland

Denkmalschändung in Berlin-Friedrichsfelde ‒ politischer Vandalismus oder Metalldiebstahl?

Wenn es gewöhnliche Metalldiebe waren, dann haben sie jedenfalls einen politisch bedeutsamen Zeitpunkt ausgesucht, um die Ehrenplaketten von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu entwenden. Ausgerechnet, während in Deutschland über Kriegskredite abgestimmt wird.
Denkmalschändung in Berlin-Friedrichsfelde ‒ politischer Vandalismus oder Metalldiebstahl?© Phaeton1, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Alljährlich findet in Berlin eine große Demonstration statt, in Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die nicht nur Gründer der KPD waren, sondern auch mit die konsequentesten Kriegsgegner im Ersten Weltkrieg. Sie führt zu den Gräbern beider auf dem Friedhof in Berlin-Friedrichsfelde. Nun sind von diesem Friedhof mehrere Metalltafeln verschwunden, die rund um den zentralen Platz der Gedenkstätte der Sozialisten angeordnet waren.

Der Diebstahl wurde Anfang der Woche entdeckt und angezeigt. Der Abtransport der Tafeln war ohne Hilfsmittel kaum möglich. Schließlich wurden nicht nur die Ehrentafeln für Liebknecht und Luxemburg entfernt, sondern auch die für den ehemaligen DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl und für den Historiker und Journalisten Franz Mehring.

Nach Auskunft der Berliner Polizei wird wegen Diebstahls ermittelt. Es seien in letzter Zeit von Berliner Friedhöfen bereits mehrere Bronzeskulpturen gestohlen worden. Unter den gestohlenen Kunstwerken befinden sich auch Skulpturen ohne politischen Zusammenhang, wie eine "Trauernde" in Wannsee oder ein "Knabe mit Tintenfisch" in Tempelhof.

Allerdings sind nicht alle der zuvor gestohlenen Bronzeskulpturen unpolitisch. Es verschwand auch eine Skulptur von Ernst Thälmann in Berlin-Niederschönhausen.

Bisher ist auch von den zuvor gestohlenen Skulpturen keine wieder aufgetaucht. Die Polizei wandte sich an Kunst- und Altmetallhändler.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Bundestagsdebatte über Kriegskredite und der allgegenwärtigen Propaganda, der Russe stehe vor der Tür, wäre es aber voreilig, politischen Vandalismus auszuschließen. Schließlich war Karl Liebknecht am 2. Dezember 1914 der einzige Reichstagsabgeordnete, der gegen die Kriegskredite stimmte. Er und Rosa Luxemburg verbrachten einen großen Teil der Zeit des Ersten Weltkriegs wegen ihrer antimilitaristischen Positionen in Haft.

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